Hon Gyokuro Kusanagi | Anbau & Tasting

30. Juni 2020Elisa Fagone
Grüner Tee

Heute möchten wir dir einen unserer hochwertigsten Grüntees vorstellen: den Hon Gyokuro Kusanagi. Der Gyokuro zählt zu den Schattentees und bedeutet übersetzt so viel wie „edler Jadetau“. Mehr über diesen faszinierenden Tee erfährst du hier!

Hon Gyokuro Kusanagi

Was ist Gyokuro Tee?

Gyokuro (玉露) ist japanisch und bedeutet „edler Jadetau“. Es handelt sich um einen Grüntee aus Japan, der vor der Ernte mit speziellen Netzen überschattet wird. Durch diese Überschattung gelangt weniger Sonnenlicht an die Pflanzen.

Die Teepflanzen reagieren darauf mit einer erhöhten Chlorophyllproduktion und enthalten mehr Aminosäuren wie L-Theanin[1].
Das viele Chlorophyll verleiht dem Tee seine satte, tiefgrüne Farbe, während die Aminosäuren ihm seinen komplexen Geschmack und das typisch japanische Umami verleihen – einen herzhaften, vollmundigen Geschmackston.

Da die Überschattung der Teepflanzen äußerst aufwendig und kostspielig ist, gehört der Gyokuro – neben dem pulverisierten Grüntee Matcha – zu den teuersten und renommiertesten Tees Japans.

Produktion von Gyokuro

Einen wirklich erstklassigen Grüntee herzustellen ist gar nicht so einfach. Beim Gyokuro kommt es besonders auf die Lage, die Art der Beschattung und einen respektvollen Umgang mit der Natur an.

Anbau

Wie bei allen Teesorten spielt auch beim Gyokuro die Feldpflege eine entscheidende Rolle. Nach der Ernte werden die Teepflanzen meist zurückgeschnitten, damit sie im Frühling ihre Energie in neue, frische Blatttriebe stecken können.

In vielen japanischen Teeanbaugebieten wird es im Winter sehr kalt. Um die Teepflanzen vor Frost zu schützen, haben sich die japanischen Teebauern etwas Raffiniertes einfallen lassen:
Sobald die Temperaturen gegen den Gefrierpunkt sinken, werden die Pflanzen mit Wasser besprenkelt. Das Wasser gefriert und bildet eine dünne Eisschicht – diese schützt die Blätter vor der kalten, trockenen Luft und verhindert Frostschäden.

Zudem sind viele japanische Teekultivare wie das Yabukita-Cultivar speziell auf das Klima in Japan abgestimmt und widerstandsfähig gegenüber Kälte und extremen Wetterbedingungen.

Bei unserem Hon Gyokuro Kusanagi liegt der Teegarten inmitten eines Nadelwalds, und auf Monokulturen wird verzichtet.
Ein respektvoller Umgang mit der Natur ist uns wichtig – deshalb schauen wir uns bei der Auswahl unserer Teegärten immer genau die Anbauweise an.

Region

Unser Hon Gyokuro Kusanagi stammt aus der Region Uji in der Präfektur Kyoto.
Uji gilt als das Herz der japanischen Teekultur – hier werden seit Jahrhunderten einige der besten Tees des Landes produziert.

Schattentees werden zwar in ganz Japan angebaut, doch neben Uji sind auch die Präfekturen Kagoshima und Shizuoka für ihre hochwertigen Grüntees bekannt.

Die geografische Lage spielt beim Gyokuro eine große Rolle: Wie beim Wein bietet sich ein Anbau an Hängen an, damit die Pflanzen von Natur aus weniger Sonne abbekommen. Die hügelige Landschaft rund um Uji ist daher ideal für den Anbau von Schattentees.

Überschattung

Zur Überschattung werden meist schwarze Kunststoffnetze verwendet, die nur einen Teil des Sonnenlichts durchlassen. Indem mehrere Netze übereinandergelegt werden, kann der Teefarmer genau steuern, wie viel Licht die Pflanzen erreichen darf.
Gegen Ende der Beschattungszeit wird so der Großteil des Sonnenlichts blockiert.

Doch was macht einen Gyokuro zum Hon Gyokuro?
Bei besonders edlen Qualitäten – wie unserem Kusanagi – werden die Pflanzen nicht mit Netzen, sondern mit Reisstrohmatten überschattet – in diesem Fall knapp 21 Tage lang.

Diese Methode ist deutlich aufwendiger: Die Strohmatten müssen mühsam von Hand ausgelegt werden und sorgen für eine natürlichere Beschattung. Der Vorteil: Unter den Strohmatten staut sich weniger Hitze, und die Luft kann besser zirkulieren.
So entwickeln die Blätter ein besonders feines Aroma.

Hon Gyokuro Kusanagi

Ernteprozess

Da es in Japan an landwirtschaftlichen Arbeitskräften mangelt, werden die meisten Tees mit präzisen Erntemaschinen gepflückt. Auch unser Hon Gyokuro Kusanagi wird so geerntet.

Es gibt zwei Methoden der maschinellen Ernte:

  • Handgeführte Maschinenpflückung – typisch in bergigen Regionen wie Uji

  • Fahrende Maschinenpflückung – möglich in flachen Gebieten wie Kagoshima

Für Gyokuro werden nur die obersten, jüngsten Blätter jedes Triebs gepflückt. Sie bringen das intensivste Aroma mit.

Da die Beschäftigung von Erntehelfern in Japan sehr kostspielig ist, wird nur der allerhochwertigste Gyokuro noch von Hand geerntet. Diese Arbeit übernehmen häufig ältere Menschen, die sich etwas dazuverdienen oder einfach die Arbeit in der Natur genießen.

Besonders edler Gyokuro wird nur einmal im Jahr im Frühling geerntet – unser Kusanagi Mitte April.


Hon Gyokuro Kusanagi

Wie sollte ein guter Gyokuro schmecken?

Gyokuro ist etwas Besonderes – und genau so sollte er auch schmecken.
Japanische Grüntees sind meist frisch, grasig und intensiv, bieten aber nicht immer eine große geschmackliche Tiefe. Beim Gyokuro hingegen suchen wir nach Komplexität und Eleganz.

Unser Hon Gyokuro Kusanagi überzeugt durch ein tiefes Umami, feine würzige Noten und einen Geschmack, der sich über mehrere Aufgüsse hinweg verändert – von vollmundig und rund bis hin zu frisch und leicht blumig.

Ein Gyokuro lässt sich meist vier- bis fünfmal aufgießen – deutlich häufiger als Sencha.

Du möchtest wissen, wie du Gyokuro und andere Grüntees am besten aufgießt? Alle Tipps findest du in unserem Beitrag zur Grüntee-Zubereitung!

Hon Gyokuro Kusanagi

Lagerung von Gyokuro

Die meisten japanischen Grüntees schmecken möglichst frisch am besten – nicht so der Gyokuro.
Er gehört zu den wenigen Grüntees, die sich hervorragend lagern und reifen lassen.

Viele Schattentees werden nach der Ernte nicht sofort verkauft, sondern einige Monate gelagert, damit sich ihr Geschmack abrunden kann. Während Sencha für seine frische, spritzige Note geschätzt wird, soll Gyokuro weich, rund und vollmundig schmecken.

Bewahre deinen Tee am besten kühl, trocken und lichtgeschützt auf.
Unsere wiederverschließbaren Teetüten sind ideal dafür. Achte darauf, dass möglichst wenig Luft in der geöffneten Packung bleibt, damit der Tee nicht nachoxidiert.

Lust auf Gyokuro bekommen?

Haben wir dich überzeugt? Dann schau dir jetzt den Hon Gyokuro Kusanagi in unserem Online-Shop an! Bei uns findest du außerdem viele weitere tolle Tees aus Japan, Taiwan oder Nepal. Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Quellen

  1. Chen et al.: Effect of Shading on the Morphological, Physiological, and Biochemical Characteristics as Well as the Transcriptome of Matcha Green Tea. International Journal of Molecular Sciences 23(22), 14169 (2022). doi.org

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