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Bei vielen Teetrinkern ist eine bestimmte Teesorte aus dem Teeregal nicht mehr wegzudenken - der Milk Oolong. Was macht diesen Tee so verführerisch? Über diesen besonderen und exotischen Oolong-Tee aus Taiwan wollen wir dir in diesem Beitrag mehr erzählen!
Das Wichtigste in 10 Sekunden:
Cremig-milder Geschmack: Milk Oolong schmeckt sahnig, süß und verführerisch – ganz ohne echte Milch.
Intensives Aroma: Die Aromatisierung sorgt für kräftige, vollmundige Noten.
Besonderes Mundgefühl: Dichtere, vollere Textur als bei klassischen Tees.
Hochwertige Blätter: Langsam aufblühende, ganze Teeblätter mit frischem, lieblichem Charakter.

Was ist Milk Oolong?
Milk Oolong ist ein aromatisierter Tee, dessen Basis meist aus eng gerollten und leicht oxidierten Oolong-Teeblättern besteht, wie sie vor allem in Taiwan oder in der chinesischen Provinz Fujian produziert werden. Nachdem der eigentliche Tee fertiggestellt ist, werden die Blätter mit Milcharoma bedampft. Unser Milk Oolong enthält keine echte Milch und ist laktosefrei. Wie bei allen Tees kann auch hier die Qualität stark variieren – sowohl beim Basistee als auch bei der Aromatisierung.
Geschichte des Milk Oolong
Die Geschichte dieser wundervollen Teesorte hat einen ganz natürlichen Hintergrund. Versierte Kenner taiwanesischer Oolongs wissen eventuell bereits, dass manche Oolong Tees ein leicht cremiges und sahniges Aroma sowie eine dichte Textur haben. Und dies vollkommen natürlich. Eine wichtige Rolle spielt dabei die taiwanesische Tea Research and Extension Station: Sie kreuzte die Sorten Tai Cha #8 und Ying Zhi Hong Xin (硬枝紅心) und stellte das Ergebnis 1981 offiziell vor[1]. Das Resultat ist das Kultivar Jin Xuan (金萱), auch „Taiwan Tea No. 12“ genannt, welches von Natur aus ein spürbar milchiges und sahniges Aroma besitzt[2].
Das milchige Aroma aus den Teepflanzen zu kitzeln ist nicht gerade leicht. Es erfordert viel Geschick und Wissen. Daher haben einige Produzenten damit angefangen, den Tee zusätzlich mit Milcharoma zu bedampfen, um den Geschmack noch intensiver zu machen. Auf dem Teemarkt gibt es unzählige Variationen des Milk Oolong – und die Qualität schwankt dabei stark.
Herstellung & Produktion
Für die Herstellung von Milk Oolong werden meist leicht oxidierte, gerollte Oolong-Tees verwendet. Besonders häufig kommen dabei Teepflanzen der Varietät Jin Xuan zum Einsatz, da sie von Natur aus einen zart milchigen Charakter aufweisen.
Gepflückt werden in der Regel mehrere der oberen, etwas reiferen Blätter eines Triebs. Diese Auswahl zeichnet sich durch einen runderen, weicheren und weniger bitteren Geschmack aus als die klassische „two leaves and a bud“-Pflückung, die typischerweise für Grüntee oder Schwarztee verwendet wird.
Nach der Ernte werden die frischen Blätter auf großen Bambusmatten ausgebreitet und für einige Stunden gewelkt. Dieser Arbeitsschritt ist besonders wichtig, da die Blätter durch das Welken an Flexibilität gewinnen und beim anschließenden Rollen nicht brechen. Beim Rollen werden die Zellwände der Teeblätter aufgebrochen, wodurch Zellsaft austritt. Dieser tritt mit der Umgebungsluft in Kontakt und leitet chemische Reaktionen ein, die maßgeblich den Geschmack des Tees beeinflussen. Je nach Dauer und Intensität des Rollvorgangs entstehen dabei unterschiedliche Aromen und Geschmacksprofile.
Anschließend folgt die Phase der Oxidation. Die gerollten Blätter werden erneut auf Bambusmatten gestapelt und in spezielle Räume gebracht, in denen Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant kontrolliert werden. Sobald die Blätter einen Oxidationsgrad von etwa 15 bis 20 Prozent erreicht haben, erfolgt das sogenannte Fixieren – auch bekannt als „kill green“. Dazu werden die Blätter in eine große, beheizte Metalltrommel gegeben, die sich kontinuierlich dreht. Die Hitze stoppt den Oxidationsprozess, während die Drehbewegung dafür sorgt, dass das Blattgut gleichmäßig erhitzt und schonend bewegt wird.
Nachdem die Oxidation abgeschlossen ist, werden die wertvollen Teeblätter erneut gerollt. Dafür kommen sie in einen Baumwollsack und werden zu einer großen Kugel geformt. Dieser Rollvorgang wird viele Male wiederholt, wobei die Blätter mit jeder Runde eine rundere, kompaktere Form annehmen. Ist dieser Prozess abgeschlossen, ist der Tee im Grunde fertig verarbeitet.
Anschließend folgt die Aromatisierung: Die gerollten Teekugeln werden mit Milcharoma bedampft, das sie aufnehmen – so entsteht ihr typisches, cremiges Aroma. Echte Milch kommt dabei nicht zum Einsatz.
Fertig ist der Milk Oolong. :-)
Tasting notes
Wie der Name bereits vermuten lässt, begeistert der Milk Oolong mit einem milchigen, sahnigen und cremig-süßen Geschmack – eine echte Verführung für die Sinne. Doch der Tee hat noch mehr zu bieten: Die Textur, also das Mundgefühl, ist deutlich dichter und vollmundiger als bei den meisten anderen Teesorten. Durch die Aromatisierung entfaltet sich zudem ein besonders intensives und kräftiges Aroma.
Auch die Teebasis selbst überzeugt mit einer facettenreichen Geschmackstiefe. Die eng gerollten Blätter öffnen sich beim Aufgießen langsam und entfalten nach und nach ihre ganze Pracht. Einmal geöffnet, geben die großen, teils noch unversehrten Blätter einen frischen und lieblich-nuancierten Geschmack an das Wasser ab. In Kombination mit dem sanften Milcharoma entsteht so ein außergewöhnliches Genusserlebnis.
Herkunft der Teesorte
In Taiwan kann man grob zwischen den high mountain und den low elevation Tees unterscheiden. High-Mountain-Tee wächst auf 1.000 Metern über dem Meeresspiegel oder höher[3], in Bergregionen wie Shan Lin Xi, Li Shan, Alishan oder Da Yu Ling. Milk Oolong kommt häufig eher aus den niedrig liegenden, low elevation Gebieten Taiwans wie Hualien, Neu-Taipeh oder Yilan. Unser Milk Oolong wächst im Landkreis Yilan an einer Bergkette auf circa 1.000 Metern Höhe. Man könnte also sagen, dass unser Milk Oolong knapp an der Grenze zu einem high mountain Tee ist.
Hochwertigen Milk Oolong entdecken
Wir haben lange und intensiv nach einem hochwertigen Milk Oolong gesucht. Nach unzähligen Tastings haben wir bei Herrn Cai in der Region Bei Shan in Taiwan einen Tee der Extraklasse gefunden. Dieser Tee ist eine wahre Bereicherung für unser Sortiment und wir sind stolz, einen so tollen Milk Oolong anbieten zu können, welcher sich so stark von den üblichen Tees dieser Sorte abhebt.
Quellen
- J-TEA International: Golden Lily „Jin Xuan“ Tea Cultivar Deep Dive (Stand 2026). jteainternational.com
- Wikipedia: Jin Xuan tea (Stand 2026). en.wikipedia.org
- Wikipedia: Taiwanese tea – High mountain tea (Stand 2026). en.wikipedia.org









