Camelia Sinensis - Die Herkunft und Verbreitung der Teepflanze

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Camellia sinensis ist die Ursprungspflanze aller echten Tees und stammt vermutlich aus der Region Yunnan in Südchina.

  • Für die Teeproduktion werden hauptsächlich zwei Varietäten genutzt: var. sinensis (China) und var. assamica (Indien).

  • Von China aus verbreitete sich die Teepflanze nach Japan, Indien und schließlich in viele weitere Teile der Welt.

  • Heute wird Tee weltweit angebaut – große Produzenten sind unter anderem China, Indien und Kenia.


Die Teepflanze, botanisch Camellia sinensis, ist eine immergrüne Pflanze aus der Gattung der Kamelien. Ihr Ursprung wird meist der südchinesischen Region Yunnan zugeschrieben. Es ist jedoch ebenso möglich, dass sie ihre Wurzeln in Teilen von Laos, Vietnam, Indien oder Kambodscha hat.


Die Pflanze kann – je nach Anbau und Schnitt – zwischen einem und fünf Metern hoch werden. In freier Natur wächst sie teilweise sogar deutlich höher. Besonders wohl fühlt sich die Camellia sinensis in feucht-warmem, tropischem Klima. Charakteristisch sind ihre dunkelgrünen Blätter mit fein gezacktem Rand.


Für die Teeproduktion werden hauptsächlich zwei Varietäten genutzt:

  • Camellia sinensis var. sinensis (Chinasaatpflanze)

  • Camellia sinensis var. assamica

Die Chinasaatpflanze stammt ursprünglich aus China und verbreitete sich von dort unter anderem nach Japan und Taiwan. Die Assamica-Varietät hingegen hat ihren Ursprung vermutlich in der Region Assam im Norden Indiens. Sie ist kräftiger, wächst schneller und kann zu stattlichen Bäumen heranwachsen. Besonders für Schwarztee und Pu-Erh ist die Assamica-Varietät sehr beliebt.

Die Geschichte der Teepflanze innerhalb Chinas

China gilt als Wiege des Tees. In der südlichen Provinz Yunnan begann vermutlich alles – hier wird seit Tausenden von Jahren Tee angebaut und konsumiert. Anfangs wuchsen Teepflanzen wahrscheinlich wild und wurden von den Menschen gesammelt, bevor sie gezielt kultiviert wurden.


Von Yunnan aus verbreitete sich der Teeanbau über Jahrhunderte in andere Regionen Chinas. Jede Provinz entwickelte ihren eigenen Stil und eigene Teespezialitäten.

Über die Zeit wurden Teepflanzen gezielt nach bestimmten Eigenschaften gezüchtet. Ähnlich wie bei Weinreben spricht man bei Tee von sogenannten Cultivaren. Ein Cultivar bestimmt maßgeblich das spätere Geschmacksprofil des Tees. Die chinesischen Teebauern erkannten früh die Bedeutung dieser gezielten Selektion und schufen so eine enorme Sortenvielfalt.

Allgemein lässt sich sagen, dass südlich des Jangtse-Flusses ideale Bedingungen für den Teeanbau herrschen. 


Einige Beispiele:

  • Yunnan ist berühmt für Pu-Erh

  • Wuyi gilt als Heimat bedeutender Oolong-Tees

  • Fujian wird mit weißem Tee in Verbindung gebracht

Aus Diebstahl wurde Liebe: die  Teepflanze in Japan

Die japanische Teekultur beginnt im 8. Jahrhundert. Die buddhistischen Mönche Kūkai und Saichō reisten nach China und brachten vermutlich erste Teesamen mit nach Japan zurück.


Im 11. Jahrhundert machte der Zen-Mönch Eisai den Tee im Land populär. Auch er hatte China bereist und brachte Samen mit. Diese verteilte er an andere Klöster und förderte so die Verbreitung des Teeanbaus in Japan. Gleichzeitig machte er Tee bei der Samurai-Schicht beliebt. Es heißt, dass Samurai vor Kämpfen Matcha tranken, um Konzentration und Wachheit zu steigern.


Da Ackerland in Japan begrenzt war und der Anbau aufwendig, blieb Tee lange Zeit der wohlhabenden und herrschenden Elite vorbehalten. Er wurde bei Zeremonien, religiösen Ritualen und besonderen Anlässen konsumiert.


Verbreitung der Teepflanze innerhalb Indiens

Im 19. Jahrhundert spielte Großbritannien eine entscheidende Rolle in der weiteren Verbreitung des Tees. Bis dahin war China der wichtigste Lieferant für Tee. Um wirtschaftlich unabhängiger zu werden, suchten die Briten nach eigenen Anbaugebieten.


Der Schotte Robert Bruce entdeckte Anfang des 19. Jahrhunderts wild wachsende Assamica-Pflanzen im Norden Indiens. Daraufhin begannen die Briten, in Assam großflächige Teeplantagen anzulegen. Heute ist Assam eines der größten zusammenhängenden Teeanbaugebiete der Welt und bekannt für kräftige, malzige Schwarztees.


Doch damit nicht genug: Zwischen 1848 und 1851 gelang es dem britischen Botaniker Robert Fortune, tausende Teesamen und -stecklinge aus China zu beschaffen. Zudem brachte er chinesische Teemeister nach Indien, die ihr Wissen weitergaben. Diese Pflanzen wurden unter anderem in Darjeeling kultiviert, wo bis heute viele Teepflanzen chinesischen Ursprungs wachsen.

Wo auf der Welt gibt es die Teepflanze noch?

Mit der Globalisierung verbreitete sich die Teepflanze weltweit. Heute wird Tee nicht nur in Asien produziert.


Beispiele:

  • Neuseeland

  • Kolumbien

  • Schottische Highlands

  • Gewächshäuser in den Niederlanden

Auch Afrika ist ein bedeutender Akteur. Kenia ist mit rund 500.000 Tonnen jährlich der drittgrößte Teeproduzent der Welt.

Die Camellia sinensis hat eine beeindruckende Reise hinter sich. Von ihren Ursprüngen in Südchina aus verbreitete sie sich über Asien, Europa und schließlich die ganze Welt. Heute ist Tee ein globales Kulturgut, das Menschen unterschiedlichster Länder verbindet.


Wir von den Friends of Tea sind gespannt, wo in Zukunft noch überall Tee angebaut wird – und wie sich die Geschichte der Teepflanze weiterentwickelt.