In der Schwangerschaft stellen sich viele Fragen rund ums Essen und Trinken – auch beim Tee. Wie viel Koffein ist in Ordnung? Welche Tees sind koffeinfrei? Und was ist bei Kräutertees zu beachten? Hier findest du die wichtigsten Informationen, jeweils mit Quelle.
Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Beratung. Sprich bitte mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin bzw. deinem Arzt darüber, welche Tees für dich passen – vor allem bei Kräutertees und Teemischungen.

Koffein in der Schwangerschaft
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft für Schwangere eine über den Tag verteilte Aufnahme von bis zu 200 mg Koffein als unbedenklich für das ungeborene Kind ein.[1] Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass eine über längere Zeit erhöhte Koffeinzufuhr bei Schwangeren zu einem verminderten Wachstum des Fötus führen kann.[2] Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ empfiehlt Schwangeren entsprechend, koffeinhaltige Getränke und Lebensmittel nur in moderaten Mengen zu sich zu nehmen – insgesamt nicht mehr als 200 mg Koffein über den Tag verteilt.[3]
Zur Orientierung – durchschnittliche Koffeingehalte laut BfR:[2]
- 1 Tasse grüner Tee (200 ml): ca. 30 mg
- 1 Tasse schwarzer Tee (200 ml): ca. 45 mg
Der tatsächliche Gehalt hängt von Sorte, Teemenge und Ziehzeit ab. Bei Matcha trinkst du das ganze, vermahlene Teeblatt – der Koffeingehalt pro Schale ist daher meist höher. Denk daran, dass auch Kaffee, Cola, Energy Drinks und Schokolade Koffein enthalten und alles zusammen zählt.
Koffeinfreie Alternativen
Wenn du auf Koffein verzichten oder es reduzieren möchtest, gibt es viele Tees, die von Natur aus kein Koffein enthalten, weil sie nicht aus der Teepflanze stammen:
- Rooibos – mild, leicht süßlich und von Natur aus koffeinfrei
- Honeybush – mit feiner, honigartiger Note
- Früchtetees
- Kräutertees – hier gilt aber: bitte vorher abklären (siehe unten)
Alle unsere koffeinfreien Sorten findest du in der Kollektion Koffeinfrei. Mehr über Koffein in verschiedenen Teesorten liest du in unserem Artikel Koffein im Tee.

Kräutertee in der Schwangerschaft
Kräutertee ist nicht gleich Kräutertee. Manche Kräuter werden für Schwangere nicht empfohlen oder nur für bestimmte Phasen der Schwangerschaft. Welche Sorten und Mengen für dich in Frage kommen, besprichst du deshalb am besten mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin bzw. deinem Arzt. Das gilt besonders für Teemischungen, Arzneitees und Tees, die gezielt „für die Schwangerschaft“ angeboten werden.
Ein allgemeiner Tipp des BfR: Schwangere und Stillende sollten Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken trinken.[4] Hintergrund sind sogenannte Pyrrolizidinalkaloide – natürliche Pflanzenstoffe, die das BfR in Proben von Kräutertees und Tees gefunden hat. Abwechslung hilft laut BfR, einseitige Belastungen zu vermeiden.
Genug trinken
Unabhängig vom Tee: Achte darauf, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken. Die DGE empfiehlt Erwachsenen rund 1,5 Liter pro Tag, am besten Wasser und ungesüßte Tees.[5] Wie viel du in der Schwangerschaft trinken solltest, kann dir deine Hebamme oder deine Ärztin bzw. dein Arzt sagen.

Zusammenfassung
- Laut EFSA gelten bis zu 200 mg Koffein pro Tag in der Schwangerschaft als unbedenklich – eine Tasse grüner Tee enthält im Schnitt etwa 30 mg, schwarzer Tee etwa 45 mg.
- Rooibos, Honeybush und Früchtetees sind von Natur aus koffeinfrei.
- Bei Kräutertees und Teemischungen: vorher mit deiner Hebamme oder Ärztin bzw. deinem Arzt sprechen.
- Abwechslung bei den Getränken ist sinnvoll.
Quellen
- EFSA NDA Panel (2015): Scientific Opinion on the safety of caffeine. EFSA Journal 13(5):4102. doi.org
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln, einschließlich Energy Drinks (Stand 05.01.2026). bfr.bund.de
- Netzwerk Gesund ins Leben (Bundeszentrum für Ernährung): Koffeinhaltige Getränke in der Schwangerschaft. gesund-ins-leben.de
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees und Tees sind zu hoch, Presseinformation vom 15.07.2013. bfr.bund.de
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Am besten Wasser trinken. dge.de









