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Der Unterschied zwischen Hojicha und Matcha liegt vor allem in der Verarbeitung der Teeblätter, im Geschmack, im Koffeingehalt und in der Art der Zubereitung. Hojicha wird geröstet und als Aufguss getrunken. Matcha wird aus beschatteten Blättern fein vermahlen und vollständig konsumiert. Dadurch unterscheiden sich Koffeingehalt, Aroma und Intensität deutlich.
Das Wichtigste auf einen Blick
Hojicha ist gerösteter Grüntee, Matcha fein vermahlener Grüntee.
Matcha wird als Pulver vollständig getrunken, Hojicha als Aufguss.
Geschmack: nussig und mild versus vegetal und umami.
Matcha enthält pro Portion meist mehr Koffein.
Wo liegen genau die Unterschiede zwischen Hojicha und Matcha?
Beide Tees stammen aus Japan und werden aus der Pflanze Camellia sinensis hergestellt. Trotzdem unterscheiden sie sich stark in Herstellung, Aroma und Koffeingehalt. Entscheidend ist vor allem die Verarbeitung der Blätter.
Verarbeitung – Röstung versus Beschattung und Vermahlung
Hojicha wird meist aus Bancha oder Sencha hergestellt und anschließend stark geröstet. Durch die Hitze verändert sich die chemische Struktur der Blätter. Die grüne Farbe wird braun und es entstehen röstige Aromastoffe.
Matcha entsteht aus Tencha. Die Pflanzen werden vor der Ernte beschattet – die japanische Kennzeichnungsnorm sieht dafür etwa zwei bis drei Wochen vor. Die Beschattung erhöht unter anderem den Gehalt an freien Aminosäuren wie L-Theanin, die zum typischen Umami-Geschmack beitragen.[1] Nach dem Dämpfen werden Stiele und Blattadern entfernt. Anschließend wird das Blattmaterial langsam zu feinem Pulver vermahlen.
Unterschiede in der Verarbeitung:
Hojicha: gedämpft und geröstet
Matcha: beschattet, gedämpft, entstielt und steingemahlen
Matcha wird vollständig konsumiert
Hojicha nur als Aufguss extrahiert
Die Röstung verändert bei Hojicha die Aromastoffe deutlich. Ob sie auch den Koffeingehalt nennenswert senkt, ist weniger eindeutig – mehr dazu im Abschnitt zum Koffein.
Was passt zu dir?
Wenn du warme Röstaromen bevorzugst, passt Hojicha besser.
Wenn du die intensiven Grüntee-Noten liebst, ist Matcha die richtige Wahl.
Geschmack – mild und röstig versus frisch und umami
Merkmal |
Hojicha |
Matcha |
Aroma |
nussig, geröstet |
vegetal, umami |
Farbe |
braun |
leuchtend grün |
Textur |
klarer Aufguss |
cremige Emulsion |
Intensität |
mild |
intensiv |
Koffein |
moderat |
höher (pro Portion) |
Koffeingehalt im Vergleich
Matcha enthält pro Portion meist mehr Koffein. Da das gesamte Blattpulver getrunken wird, nimmst du alle Inhaltsstoffe vollständig auf. Die japanische Lebensmitteltabelle nennt für Matcha-Pulver rund 3,2 g Koffein pro 100 g – bei einer typischen Portion von 2 g sind das rechnerisch etwa 60 bis 65 Milligramm.[2]
Hojicha gilt als milder und wird häufig als koffeinarm beschrieben. Laut derselben Tabelle enthält ein Hojicha-Aufguss aber etwa so viel Koffein wie ein Sencha-Aufguss, nämlich rund 20 Milligramm pro 100 Milliliter.[2] Koffeinfrei ist Hojicha also nicht. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag Wie viel Koffein hat Hojicha?
L-Theanin kommt in beiden Tees vor. Die Aminosäure trägt zum typischen Geschmack japanischer Grüntees bei – besonders deutlich schmeckst du sie in der Umami-Note von Matcha.
Was passt zu dir?
Wenn du morgens einen kräftigen, intensiven Tee möchtest, greif zu Matcha.
Wenn du abends lieber etwas Mildes und Röstiges trinkst, passt Hojicha besser – denk aber daran, dass auch Hojicha Koffein enthält.
Zubereitung und Trinkkultur
Hojicha wird klassisch als Aufguss zubereitet, zum Beispiel in einer Kyusu. Die Blätter ziehen meist bei 80 bis 90 Grad Celsius für 30 bis 60 Sekunden.
Matcha wird nicht aufgegossen, sondern mit Wasser aufgeschlagen (hier findest du unsere Anleitung zur Matcha-Zubereitung). Mit einem Bambusbesen entsteht eine feine Emulsion. Das Mundgefühl ist cremig und dicht.
Was passt zu dir?
Wenn du eine schnelle Tasse Tee möchtest, ist Hojicha unkomplizierter.
Wenn du ein bewusstes Ritual schätzt, passt Matcha besser.
Was haben Hojicha und Matcha gemeinsam?
Beide stammen von Camellia sinensis und gehören zu den japanischen Grüntees. Die Blätter werden nach der Ernte gedämpft, wie es für japanischen Grüntee typisch ist. Zudem enthalten beide Tees L-Theanin. Diese Aminosäure ist typisch für Grüntee und prägt den Geschmack mit.
Herkunft und kultureller Kontext
Matcha ist eng mit der japanischen Teezeremonie verbunden. Das Ritual Chanoyu legt Wert auf Konzentration und Achtsamkeit. Die Zubereitung von pulverisiertem Tee kam ursprünglich aus China nach Japan – der Mönch Eisai lernte sie Ende des 12. Jahrhunderts in chinesischen Tempeln kennen – und entwickelte sich dort weiter.[1]
Hojicha entstand erst im 20. Jahrhundert in Kyoto: Der Überlieferung nach röstete ein Händler dort um 1920 unverkäuflichen Bancha und entdeckte so einen neuen Geschmack. Daraus entwickelte sich ein eigener Stil. Hojicha gilt heute als typischer Alltagstee und wird in Japan gern zum Abendessen getrunken.[3]
Welcher Tee passt zu welchem Anlass?
Für den Morgen
Matcha ist kräftig und intensiv – ein schönes Ritual für einen bewussten Start in den Tag.
Für den Abend
Hojicha ist mild und röstig, viele trinken ihn auch als Begleiter zum Essen. Wenn du abends ganz auf Koffein verzichten möchtest, schau dich in unseren koffeinfreien Tees um.
Für Latte-Varianten
Matcha-Latte ist kräftig, cremig und mittlerweile vor allem in den sozialen Medien zum absoluten Trend geworden. Matcha-Latte gibt es in vielen verschiedenen Varianten:
Mango Matcha Latte
Hojicha Latte ist im Geschmack weicher und überzeugt mit seinen Röstaromen.
Zum Backen und für Desserts
Matcha eignet sich auch besonders gut zum Backen:
Quellen
- Wikipedia: Matcha (Stand 2026). en.wikipedia.org
- Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT): Standard Tables of Food Composition in Japan 2015, Kapitel 16 – Genussmittel (Koffein: Matcha-Pulver 3,2 g, Hojicha-Aufguss 0,02 g, Sencha-Aufguss 0,02 g pro 100 g). mext.go.jp
- Wikipedia: Hōjicha (Stand 2026). en.wikipedia.org









