Wo liegt der Unterschied zwischen Hojicha und Matcha?

Der Unterschied zwischen Hojicha und Matcha liegt vor allem in der Verarbeitung der Teeblätter, im Geschmack, im Koffeingehalt und in der Art der Zubereitung. Hojicha wird geröstet und als Aufguss getrunken. Matcha wird aus beschatteten Blättern fein vermahlen und vollständig konsumiert. Dadurch unterscheiden sich Wirkung, Aroma und Intensität deutlich.


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hojicha ist gerösteter Grüntee, Matcha fein vermahlener Grüntee.

  • Matcha wird als Pulver vollständig getrunken, Hojicha als Aufguss.

  • Geschmack: nussig und mild versus vegetal und umami.

  • Matcha enthält deutlich mehr Koffein.

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Blick auf ein Feld mit Teepflanzen aus der Vogelperspektive. Einige Erntehelfer ernten Tee

Wo liegen genau die Unterschiede zwischen Hojicha und Matcha?

Beide Tees stammen aus Japan und werden aus der Pflanze Camellia sinensis hergestellt. Trotzdem unterscheiden sie sich stark in Herstellung, Aroma und Wirkung. Entscheidend ist vor allem die Verarbeitung der Blätter.


Verarbeitung – Röstung versus Beschattung und Vermahlung

Hojicha wird meist aus Bancha oder Sencha hergestellt und anschließend stark geröstet. Durch die Hitze verändert sich die chemische Struktur der Blätter. Die grüne Farbe wird braun und es entstehen röstige Aromastoffe.


Matcha entsteht aus Tencha. Die Pflanzen werden etwa drei bis vier Wochen vor der Ernte beschattet. Das erhöht den Gehalt an Chlorophyll und L-Theanin. Nach dem Dämpfen werden Stiele und Blattadern entfernt. Anschließend wird das Blattmaterial langsam zu feinem Pulver vermahlen.


Unterschiede in der Verarbeitung:

  • Hojicha: gedämpft und geröstet

  • Matcha: beschattet, gedämpft, entstielt und steingemahlen

  • Matcha wird vollständig konsumiert

  • Hojicha nur als Aufguss extrahiert

Die Röstung senkt bei Hojicha den Koffeingehalt und verändert die Aromastoffe deutlich.


Was passt zu dir? 

  • Wenn du warme Röstaromen bevorzugst, passt Hojicha besser 

  • Wenn du die intensiven Grüntee-Noten liebst, ist Matcha die richtige Wahl



Geschmack – mild und röstig versus frisch und umami

Merkmal

Hojicha

Matcha

Aroma

nussig, geröstet

vegetal, umami

Farbe

braun

leuchtend grün

Textur

klarer Aufguss

cremige Emulsion

Intensität

mild

intensiv

Koffein

niedrig

hoch



Koffeingehalt und Wirkung

Matcha enthält deutlich mehr Koffein. Da das gesamte Blattpulver getrunken wird, nimmst du alle Inhaltsstoffe vollständig auf. Je nach Qualität enthält Matcha etwa 30 bis 70 Milligramm Koffein pro Portion.


Hojicha ist durch die Röstung und die meist spätere Ernte deutlich koffeinärmer. Eine Tasse enthält oft nur 7 bis 20 Milligramm.


L-Theanin spielt bei beiden Tees eine wichtige Rolle. Diese Aminosäure wirkt beruhigend und sorgt in Kombination mit Koffein für eine klare, gleichmäßige Wachheit. Studien der Universität Shizuoka zeigen, dass L-Theanin die Konzentrationsfähigkeit unterstützen kann.



Was passt zu dir? 

  • Für fokussierte Arbeit am Morgen eignet sich Matcha besser.

  • Für den Abend oder empfindliche Personen ist Hojicha sinnvoller.


Zubereitung und Trinkkultur

Hojicha wird klassisch als Aufguss zubereitet. Die Blätter ziehen meist bei 80 bis 90 Grad Celsius für 30 bis 60 Sekunden.

Matcha wird nicht aufgegossen, sondern mit Wasser aufgeschlagen. Mit einem Bambusbesen entsteht eine feine Emulsion. Das Mundgefühl ist cremig und dicht.


Was passt zu dir? 

  • Wenn du eine schnelle Tasse Tee möchtest, ist Hojicha unkomplizierter.

  • Wenn du ein bewusstes Ritual schätzt, passt Matcha besser. 


Was haben Hojicha und Matcha gemeinsam?

Beide stammen von Camellia sinensis und gehören zu den japanischen Grüntees. Die Blätter werden nach der Ernte gedämpft. Dadurch bleiben viele Catechine erhalten. Zudem haben beide Tees L-Theanin. Diese Aminosäure ist typisch für japanische Grüntees und beeinflusst Geschmack und Wirkung.


Herkunft und kultureller Kontext

Matcha ist eng mit der japanischen Teezeremonie verbunden. Das Ritual Chanoyu legt Wert auf Konzentration und Achtsamkeit. Matcha wurde ursprünglich aus China nach Japan gebracht und entwickelte sich dort weiter.


Hojicha entstand erst im 20. Jahrhundert in Kyoto. Händler rösteten unverkaufte Teeblätter, um sie haltbarer zu machen. Daraus entwickelte sich ein eigener Stil. Hojicha gilt heute als typischer Alltagstee und wird oft abends getrunken.

Erntehelfer bei der Teeernte auf einem Feld in Japan

Welcher Tee passt zu welchem Anlass?


Für den Morgen

Matcha liefert konzentrierte Energie. Durch die Kombination aus Koffein und L-Theanin bleibt die Wirkung gleichmäßig.


Für den Abend

Hojicha ist durch den niedrigen Koffeingehalt eine gute Option. Viele trinken ihn auch als Begleiter zum Essen.


Für Latte-Varianten

Matcha-Latte ist kräftig, cremig und mittlerweile zum absoluten Trend, vor allem in den sozialen Medien geworden. Matcha-Latte gibt es in vielen verschiedenen Varianten: 



Hojicha Latte ist im Geschmack weicher und überzeugt mit seinen Röstaromen. 


Zum Backen und für Desserts

Matcha eignet sich auch besonders gut zum Backen: 

Carina Pfeil

Autorin